Menschenjahr 2010

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Einblick in das Jahr 2010 der Phoenixe



Stellvertretend für die Phoenix-Ladies, verbrachte Raikanda Oronar, Oberhaupt der Phoenixe, einen Abend im Frühjahr des gezählten Menschenjahres 2011 ihren Abend an einer der alten Feuerstellen, um die Einladung für das größte und traditionelle Fest der Phoenixe vorzubereiten.
Dabei schwirrten Bilder des vergangenen Jahres durch ihren Kopf und sie wurde traurig und nachdenklich. Es fiel ihr schwer eine großartige Einladung für alle Phoenixe zu fertigen, wenn ihr doch noch Dinge aus der Vergangenheit schwer im Phoenix-Herzen lagen.

Die Nachtelfe hatte sich für die Gemeinschaft der Phoenixe immer eine offene Kommunikation gewünscht, in der man sich auch in schweren Zeiten austauscht und daher beschloss sie, die Einladung in diesem Jahr mit einem Rückblick zu beginnen, auch wenn dieser Tiefen umschreiben würde.


Der Phoenix ist bekannt dafür, dass er aufsteht, nachdem er fällt. Wie auch andere Gemeinschaften, hatte auch Phoenix sehr wohl in seiner Vergangenheit einige Höhen und Tiefen. Aber wenn er wirklich mal gefallen sein sollte, dann war dies im gerechneten Menschjahr 2010.
Mit dem Verlust der damaligen hoch geehrten Flammenratsmitgliedern, Hakuku und Schattenherz, ist der Phoenix für Raikanda und sicherlich auch für einige andere der langjährigen Phoenixe, in diesem Menschenjahr zur Asche erblichen.

Raikandas Asche wehrte so lange wie noch nie. Anfangs entflammte in ihr zwar einige Körnchen, aber schnell verblassten sie wieder ins Grau.
Ein paar gezählte Menschenwochen, ja -monate gingen ins Land, in denen das Oberhaupt schwieg und in denen die Phoenix-Lady Martia sowie Flammenrat und Feuerschwingen die verletzten Federn des Phoenix alleine umsorgten.

Erst als es in der Welt aus den Tiefen grölte und Flammen das ganze Land in Chaos und Schrecken versetzten, Böden und Bäche brachen, vernahm Raikanda einen Stich im Herzen. Es ging jetzt nicht mehr zu verweilen! Es musste sich aufgerafft werden, dagegen musste etwas getan werden. Und wer kann schon besser mit den Flammen umgehen als der Phoenix?
So raffte sie sich auf vom Lager, stellte ein Bein neben das nächste und begann, Ordnung in die Asche des Lagers zu bringen, um dort das Feuer erneut zu entfachen. Dabei rief sie:

„Werte Phoenixe – seht her! Ich stehe, wo seid ihr? Lasst uns wieder brennen und im Land des Chaos für Ordnung sorgen! Lasst mich mein Lieblingszitat der ehrenwerten Phoenix-Lady Martia verlauten":

'Viele haben zu uns gefunden, weil sie die Gemeinschaft und das Miteinander suchen, manche haben uns auf diesem Weg auch verlassen, weil sie andere Ziele verfolgen.

Aber wir sind gewachsen und stärker geworden, noch sind wir nicht am Ziel, noch größere Schlachten warten auf uns, wir sollten unsere Reihen noch verstärken, damit das Licht des Mutes und des Ruhmes unsere Wege zeichnen kann. Auch unsere eigenen Leute müssen wir immer wieder bestärken, das nur der gemeinsame Weg uns stark bleiben lässt und uns zu Ruhm und Ehre auf der Todeswache führen wird.'

So sei es!"

Sie nahm ihren Stab und steckte ihn in den Boden, auf dass die Asche in die Luft flog und Feuer fing. Das Feuer gebar einen riesigen Flammenstrahl bis in die Wolken der dunklen Nacht. Am Himmel erschien der Phoenix, der Himmel erstrahlte in warmen Orange und der Flammenvogel legte schützend seine Flügel über alle Phoenixe, die ihre Hand nach ihm ausstreckten und auf seine Federn stiegen. Gemeinsam flogen sie in die Weiten, voller Mut, aufgetankter Energie und voller, ursprünglichem Phoenix-Stolz.
Phoenix lässt so schnell nix unterkriegen.

(Und sollten sie auf ihrem Flug wider Erwarten doch noch eine winzige Kriegerin oder einen tanzenden Baum am Boden sehen, so werden sie ihnen offenherzig die Hände reichen und mit ihnen gemeinsam nach vorne blicken und bei einem Schulterblick nach hinten zwinkern und lachen.)

Zur Video-Story

Raikanda lachte als sie auf den Schwingen des Phoenix ritt, blickte rüber zum rechten Flügel und sah die dort sitzende, zweite Phoenix-Lady Martia, glücklich und erwartungsvoll an!





Martia schaute glücklich in das erwartungsfrohe Gesicht von Raikanda, viele Sorgen waren ihr in den letzen Wochen vom Herzen genommen worden. Der Phoenix fliegt wieder, sie lehnt sich ein wenig zurück, lässt den Wind durch ihre Haare streichen, schliesst die Augen und lässt ihre Gedanken in die Vergangenheit zurück gehen.

"Der Lichkönig war ein böses Übel, fast wären die Phoenixe daran zerbrochen. Er wollte unsere Gemeinschaft zerstören, unsere mutigen Kämpfer entzweien, was ihm auch teilweise gelang. Zu unterschiedlich waren die Ansichten, wie wir ihm auf Leib rücken könnten.
Einige langjährige, wohlgelittene Kameraden verließen den Hort, um sich fremden Gemeinschaft anzuschließen ............... das tat weh. Aber wir kämpften weiter, erst um unsere Gemeinschaft, um das Vertrauen und um den Mut zu uns zu stehen, so hatte auch, wie schon zu anderen Zeiten, der Lichkönig nicht die Möglichkeit uns zu zerstören, nein, nein, auch er lag dann am Boden und einige unsere Helden tragen stolz den Titel des Königsmörders.

Ach, und dann, dieses wundervolle Fest auf der Todeswache zu unserem 3-jährigen Bestehen. Wochenlang war die Gemeinschaft der Phoenixe mit Vorbereitungen beschäftigt, jeder übernahm eine Aufgabe, lustvolle Spiele wurden erdacht um von Anstrengungen der Kämpfe abzulenken, wertvollste Preise wurden vergeben und die ganze Todeswache feierte mit uns. Noch Wochen später sprachen andere Gemeinschaften von diesem außergewöhnlichem Fest. Wir sollten dieses wiederholen, so wird unser Ruf nicht nur auf den Schlachtfeldern ertönen, sondern auch die Gemeinschaften der Allianz immer wieder aneinander binden."

Martia öffnet kurz die Augen, wer genau hinschaut sieht ein verschmitztes Blitzen in ihren Augen, sie lacht leise und denkt zurück.....

"Tausendwinter, wie haben wir die Horde vorgeführt, mit Taktik und Klugheit haben wir sie ein paar Wochen hinters Licht führen können. Selbst unsere unerfahrenen Kämpfer, und dazu
zählte auch die Phoenixlady, durften ein paar Erfolge auf diesem Schlachtfeld feiern. Jedes Mal ging ein Jubeln durch die Truppe, wenn wir sie innerhalb weniger Minuten am Boden liegen sahen."

Martia schaut zu ihrer in allen Zeiten immer guten Freundin und Kameradin Raikanda, sie lacht laut, der Phoenix nimmt Schwung, dreht wendig auf Sturmwind zu und landet stark und stolz vor dem Hort. Die Ladies steigen ab und gehen frohgemut in die Hallen des Hortes.

"So lasst uns stolz den Rock der Phoenixe tragen, in den guten und auch in den schweren Zeiten. Lasst die Starken den Schwachen helfen, lasst die Lauten von den Leisen lernen, lasst uns stolz in die neuen Kämpfe ziehen, so dass Ruhm und Ehre den Phoenixen zuteil wird."

Martia winkt der Wirtin zu: „Getränke für alle, lasst uns den Aufstieg aus der Asche feiern.“






"Getränke für alle???" Eine Gnomin springt aus den Schatten auf einen Tisch. "Dann nehmen ich gleich 4!" und streckt alle Finger seiner rechten Hand in die Höhe. "Was höhre ich hier von Schlachtzügen gegen irgendwelche Krabbeltiere, Könige und zwielichtige Drachen? Das ist doch nichts. In diesen Jahr haben die Phönixe es der Horde aber richtig gezeigt." Dabei klopft sich die Kriegerin Schally stolz vor die Brust. "Jeden Freitag sind wir ihnen in großer Zahl entgegen getreten und haben gezeigt das die Allianz doch Siegen kann. Regelmäßig konnten wir auf den Schlachtfeldern mehr Siege verbuchen als Niederlagen und in Tausendwinter wurde der Freitag schon zum Phönix Tag erklärt. Sogar in der Arena konnten wir erste Siege erringen. Mit den Zwerg dadrüben mit der rot glühenden Nase *er hätte beim Landeanflug wohl doch besser etwas bremsen sollen* konnten ich jedes dritte Duell in den Arenen dieser Welt siegreich bestreiten. Nicht zu vergessen auch die mehrfachen Besuche in den Hauptstädten unserer Feinde wo einige aus unseren Reihen einen besonderen Bären als Gefährte gewinnen konnten. Auch wenn man sich momentan erstmal eine Auszeit von Schlachtfeldern nehmen, muss sich die Horde eins klar sein: Die Phönixe kommen wieder!" Sie trinkt den ersten Krug leer und geht mit den Rest zu Ruyven. "Hey mein Jägerlein, lass uns Pläne schmieden wie wir die Horde wieder auf ihren Platz verweisen."



„Wach auf du versoffener Zwerg“ – gellt es in seinem Ohr. Ein kalter Schwall Wasser ergießt sich in sein Gesicht und reißt ihn aus seinen Träumen. Sein Kopf schnellt von der Tischplatte hoch und er greift instinktiv zu seinem Dolch. „Wer wagt es, mich aus meinem wohlverdienten Schlaf zu reißen?“ schreit er und sieht auf die dralle Wirtin die ihren üblen Atem in sein Gesicht haucht. „Wer wagt hier was?“ schreit sie ihn an und aus der eben noch stupsigen Nase wird eine spitze Schnauze, die runden Augen verwandeln sich in schmale, gelbliche Schlitze und die pummligen Hände werden zu scharfen Klauen.

„Verfluchte Worgen - wer hat uns diese Pest auf den Hals gehetzt?!? Mit ihnen sollen wir gemeinsam der Horde widerstehen?!?“ denkt er. Mürrisch schnappt er sein Bündel und verschwindet aus dem Gasthaus. Es ist dunkel, Nebelschwaden hängen über dem Wasser. „Gasthaus von Surwich“ steht auf dem Schild der Taverne. „Keine Ahnung wie ich hierher gekommen bin“ geht es ihm mal wieder durch den Kopf.

Ein leiser Pfiff und aus der Dunkelheit schwebt sein geliebter Rochen herbei. Er schwingt sich auf seinen Rücken und flüstert ihm zu „Bring mich nach Sturmwind geschwind“. Mit leisen Flügelschlägen gleitet der Rochen dicht über der See, gelegentlich spritzt etwas Gischt auf wenn er mit seinem Flügelschlag die Wasseroberfläche berührt.

Sich ganz auf die Orientierung seines Rochens verlassend, beginnen Ruyven´s Gedanken zu kreisen. „Ich muss mit dieser verflixten Sauferei aufhören“. Seit dem Verlust einiger treuer Weggefährten hat er viel zu oft und zu heftig dem Alkohol zugesprochen. „Alte Gefährten gehen, neue Gefährten kommen – so ist nun mal das Leben." Ein Lächeln huscht über sein Gesicht, als er an das wunderbare Fest im Mai zurückdenkt, wo alle noch friedlich vereint waren. Phantastisch war die von Lady Raikanda und Lady Martia ins Leben gerufene Feier zum Jubiläum der Gilde der Phoenixe. Auf dem Stauwerkdamm am Loch Lomond wurde gefeiert, getanzt, gelacht und natürlich viel getrunken. Spaßige Wettkämpfe sorgten für eine ausgelassene Stimmung und vielen ist das Fest in bester Erinnerung geblieben.

Ganz allmählich steigt der Rochen in die Lüfte und nimmt Kurs auf das Festland. Auf dem Boden sind gerade noch die Lichter von Burg Nethergard auszumachen.

„Der Stauwerkdamm – was ist von diesem Prachtstück an zwergischer Baukunst übrig geblieben? Nur noch Trümmer! Der einst wunderbare See nur noch eine ausgetrocknete Pfütze.“ geht es im durch den Kopf. Während die Phoenixe sich tapfer in etlichen Schlachten in Nordend bewährten und sich immer wieder aufrafften, um letztendlich sogar den Lichkönig zu Fall zu bringen, hatte das Grauen einen neuen Namen erhalten: Todesschwinge war zurückgekehrt und hatte die Ländereien mit seinem Feueratem verwüstet.

„Was hängst du törichter Zwerg an früheren Erinnerungen mit alten Weggefährten, wenn zu Hause ein Haufen wagemutiger, tapferer und stolzer Phoenixe nur darauf wartet von den Ladys in neue Schlachten geführt zu werden?“

„Flieg schneller mein treuer Gefährte – man erwartet uns in Sturmwind.“ flüstert Ruyven dem Rochen zu. Den Gebirgspass der Totenwinde haben sie längst hinter sich gelassen. Der Flügelschlag nimmt zu, die Blätter der Bäume unter ihnen rauschen und manches Wildtier springt aufgeschreckt davon als sie über den Dämmerwald fliegen.

Voller Stolz denkt Ruyven an die Phoenixe, die - dem Feuervogel gleich - sich immer wieder aus der Asche erheben. Unbändig ist sein Wunsch, gemeinsam neue Abenteuer und Schlachten mit ihnen zu bestreiten.

In rasantem Tempo fliegt der Rochen auf die Stadtmauern von Sturmwind zu. Ein kurzer Blick auf die Feuerspuren die Todesschwinges Krallen an den Türmen hinterlassen hat und schon rauscht der Rochen auf den Marktplatz. Ein dicker Dranei stolpert vor Schreck über seine Hufe als Ruyven vom Rücken des Rochens springt und schreit:

„Lady Raikanda, Lady Martia, meine geliebten Phoenixe! Wo steckt ihr?!? Der wahnsinnige Zwerg ist zurück und stellt sich in Eure Dienste! Mein Leben für die Allianz und für die Gilde der Phoenixe!!!"




Thoroll stapft gebeugt in die Schänke. Draußen ist es bitterkalt, Eiszapfen hängen von seinem Bart herab und glitzern im Schein der Kerzen, die überall auf den Tischen ihr flackerndes Licht verteilen. Er klopft sich den Schnee von den Schultern, rückt sein Plattengewand zurecht und sucht sich einen Platz in der Ecke. Es ist sehr still hier geworden in den Weiten von Nordend. Der Wirt bringt unaufgefordert einen gefüllten Krug und spart sich beim Blick in Thoroll´s Augen jeden Kommentar.
Thoroll schlürft in Gedanken versunken an dem heißen, wohlriechenden Gebräu…

„Was war das für ein Jahr? Die Phoenixe hatten viel Spaß, wenn sie in den Schlachten gemeinsam voll Stolz die Fahne des Feuervogels hoch hielten und ihre Ehre tapfer verteidigten. Diese wunderbare Gilde ist stark geworden, sehr stark. Und damit ist in den Reihen der tapferen Helden auch der Drang nach der besonderen Herausforderung gewachsen.“

Thoroll spürt mit jedem Schluck aus dem Krug, wie sich wohlige Wärme in seinem Körper breit macht.

„Von denen, die diesem besonderen Drang nachzugeben gewillt waren, schienen die Herausforderungen alles abzuverlangen. Dennoch taten sie, was Phoenixe eben tun, sie gaben nicht auf. Immer und immer wieder gaben sie ihr Bestes, um siegreich unter dem Banner der Phoenixe zurückkehren zu können. Aber es hatte auch einen Preis…“

Ein kurzer Wink genügt, und der Wirt bringt schweigend einen weiteren dampfenden Krug. Das Gasthaus ist fast leer…

„Irgendwie schlich sich in der Phoenix-Gilde ein seltsames Gefühl ein. Sollte es so sein, dass nicht die Herausforderung auf dem Schlachtfeld, sondern das Bewahren der festen Gemeinschaft im Geiste des Phoenix in solch turbulenten Zeiten die eigentliche große Prüfung vor dem drohenden Kataclysmus war? Es fühlte sich so an. Und wenn es so sein sollte, dann hat die Kraft der Phoenixe gereicht, um dem „großen Wipe“ zu entgehen.“

Ein Knarren der Tür reißt Thoroll kurz aus seinen Gedanken hoch. Nein, niemand kommt herein, der Sturm draußen hat zugenommen und zerrt an dem Gebälk der Kaschemme.

„Wir werden achtsam bleiben müssen und weiter mit großem Herzen für die Gemeinschaft der Phoenixe kämpfen, jeder von uns.“

Thoroll´s Gedanken kehren zu den Phoenix-Ladies zurück, zu Lady Raikanda und vor allem zu Lady Martia, die er sein Weib nennen darf.

„Ich bin überzeugt, wenn wir im Herzen stets eine geschlossene Front hinter unseren Ladies bilden, sind wir auch in den kommenden Zeiten mit ihren neuen Prüfungen unschlagbar.“

Thoroll erhebt sich langsam von seinem Platz. Die inzwischen aufgetaute Rüstung quietscht ein wenig.

„Es wird Zeit, ich muss mich auf die Reise machen zu meinem Weib, ihr und Lady Raikanda zur Seite stehen, und mich einreihen in die geschlossene Linie der Phoenixe. Ich mag dieses wunderbare Gefühl, mit diesem tapferen, lustigen Haufen im gemeinsamen Geist unserer Gilde Seite an Seite für den Stolz und die Ehre zu kämpfen.“


Thoroll tritt hinaus in den Sturm. Ein seltsam warmes Gefühl lässt ihn die eisige Kälte nicht spüren. Er schwingt sich auf seinen treuen Greifen und verschwindet in der Dunkelheit…

 

 

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